Kunst, Spinnerei und Bimbotown

Ist Plagwitz auf dem besten Weg sich vom aschgrauen Arbeiterviertel aus Zeiten der Hochkultur der Industriegiganten, Kirow, BBG, Polygraph und Baumwollspinnerei zum bunten Leipziger Kult(ur)viertel zu etablieren?

Strömen bald Touristen durch die Straßen, um der Leipziger Boheme nahe zu sein?

Begibt man sich auf das Gelände der ehemaligen Leipziger Bauwollspinnerei, dem 1992 durch die Leipziger Baumwoll- spinnerei Verwaltungsgesellschaft mbH neues Leben und neuer Geist eingehaucht wurde, nehmen diese Visionen immer mehr Gestalt an.

... dann eben nicht

Bertram Schultze der Geschäftsführer der Verwaltungsgesellschaft, hat ein gutes Gespür und weitere Visionäre seines Schlages um sich vereint, um aus einer Spinnerei ein Kunst-Mekka zu schaffen.

Künstler der "Neuen Leipziger Schule", zu deren prominentesten Vertreter Neo Rauch, Tim Eitel, Tilo Baumgärtel und Rosa Loy  gehören, fanden in den massiven, Licht durchfluteten Backsteingebäuden der historischen Fabrikanlage ideale Bedingungen, um sich frei entfalten zu können.

Aber auch Architekten, Designer, Modemacher, Kultur- und  Theater- schaffenden sind hier inzwischen heimisch. Kunst-Handwerksbetriebe, ein Künstlerbedarf, einige wenige gastronomische Einrichtungen und Wohnlofts ergänzen den Kulturkomplex.
 

Was
ist
das?

11 Galerien, zu denen die Galerien EIGEN + ART, Dogenhausgalerie, Matthias Kleindienst, b2, maerzgalerie, ASPN, FRED, Filipp Rosbach, PIEROGI und SPINNEREI archiv massiv gehören, haben sich bisher angesiedelt.

Am 20. Januar 2007 starten diese Galerien mit ihren neuen Ausstellungen und öffnten allen Kunstinteressierten ihre Türen zum Rundgang Spinnerei.

Auch wir nutzten die Gelegenheit und schauten, manchmal auch etwas verwundert drein.

Ungeklärt blieb wie immer die Frage " Was ist Kunst?"

Abgesehen davon, dass Kunst sehr viel mit Emotionen zu tun hat, ist  es vor allem eine Kunst oder doch nur Glück?, den einen Galeristen zu finden, der ein Konglomerat aus Materialien, Farben, Formen und Provokation vorteilhaft an den passenden Kunstliebhaber bringt.

Kurzweilig ist ein Rundgang durch die Spinnerei allemal. Kunst muss eben auch Spass machen und manchmal sind die Künstler am unterhaltsamsten.

Nach dem Ausflug in die Welt der modernen Kunst, kehrten wir in Bimbotown, einem Event-Projekt des englischen Aktionskünstlers Jim Whiting, ein.

Wir ließen uns von renitenten Mänteln begrapschen, in einem Bett durch eine grusslige Geisterbahn fahren, von einem Sofa verschlucken
... und hatten viel Spaß.